Herzlich willkommen !!!

 

 Wir vom Verkehrs- und Heimatverein 1952 e.V.

heißen Sie auf unserem Internetauftritt

recht herzlich Willkommen.

 

Klicken Sie sich auf unserer Seite durch.

Sie erfahren dabei etwas über unsere Aktivitäten oder

infomieren Sie sich über unser Heimatmuseum, in welchem wir 

über die Sandhäuser Geschichte einiges zusammengetragen haben.

  

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Surfen!

 

Unsere nächsten Termine:

21.06.  Museumsöffnung zum Mittsommerfest
02.07.  Ehrungen Blumenschmuckwettbewerb 
19.09.  Abend im Museum
31.10.  Nacht im Museum zu Halloween
13.11.  Martinsumzug
20.12.  Weihnachtsspaziergänge







Vitrinenvortrag: Geologie

Am Sonntag, den 29. März, fand im Heimatmuseum unser zweiter Vitrinenvortrag zum Thema „Geologie und Entstehung der Landschaft in Baden-Württemberg“ statt. Für diesen Vortrag konnten wir vom Verkehrs- und Heimatverein den Geologen und Geographen Herrn Rolf Seltmann gewinnen, der fachkundig über die Geologie und die Entstehung der Landschaften in Baden-Württemberg referierte.

Nach der Begrüßung der Gäste durch Jonas Scheid begann Herr Seltmann seinen Vortrag im Vitrinenraum des Museums. Zunächst erläuterte Herr Seltmann die geologische Einteilung der Erdgeschichte, die bemerkenswerterweise bereits vor etwa 418 Millionen Jahren einsetzte. Wohlgemerkt existiert der moderne Mensch erst seit rund 300.000 Jahren. Im Vergleich nur eine äußerst kurze Zeit. Anhand dieser zeitlichen Einordnung gelang es Herrn Seltmann, den Gästen die unterschiedlichen Phasen der Gesteins- und Erdschichten anschaulich näherzubringen. Dies veranschaulichte er unter anderem mithilfe von Gesteinen, Fossilen und Knochenfunden, die teilweise auch im Museum ausgestellt sind. Dabei ordnete er die Exponate chronologisch in den Kontext der Erdgeschichte ein. Ob Roter Buntsandstein aus unserer Region oder Jurakalksteine von der Schwäbischen Alb, jedes dieser Gesteine erzählt seine eigene Entstehungsgeschichte.

Darüber hinaus ging Herr Seltmann auf die Entstehung des Urkontinents Pangäa ein, der im Laufe der Erdgeschichte aufgrund von Plattenbewegungen und Kräfte aus dem Erdinneren in mehrere Kontinente zerbrach.

Der Vortrag mündete schließlich in die vielschichtige geologische Entwicklung des heutigen Deutschlands. Zwar existierte Deutschland zur Zeit der Gesteinsentstehung noch nicht, doch prägen diese Gesteine und Schichten bis heute unsere Landschaftsbild. Auch in der Architektur finden diese Gesteine ihre Verwendung. So wurde der Rote Bundsandstein beispielsweise in den Fenstergewändern der ehemaligen Synagoge oder im Heidelberger Schloss verarbeitet.

Während des Vortrags präsentierte Herr Seltmann zudem eigens mitgebrachte Gesteine mit fossilen Einschlüssen oder Kartenmaterial, die bei den Gästen auf großes Interesse stießen. Diese Fossilien machten besonders deutlich, um welche Gesteinsarten es sich handelt und dass ihr Ursprung häufig auf einen ehemaligen Meeresboden zurückzuführen ist.

Zum Abschluss durften auch Ausführungen über die heimischen Dünenlandschaften nicht fehlen, deren Ursprung und Entstehung Herr Seltmann anschaulich erläuterte.

Der Vitrinenvortrag stellte eine lehrreiche Ergänzung zu den regulären Öffnungstagen dar. Deshalb danken wir Herrn Rolf Seltmann herzlich für sein Engagement und seinen Beitrag zur inhaltlichen Bereicherung der Museumsarbeit.

Der nächste Vitrinenvortrag findet voraussichtlich am 11. Oktober zur Kerwe statt. Das Thema wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Für den VHV 1952: Jonas Scheid 


Der Verkehrs- und Heimatverein Sandhausen trauert um

 

Horst Schneider

 

Unser Mitglied und ehemaliges Vorstandsmitglied Horst Schneider

ist im Alter von 75 Jahren verstorben.

Horst Schneider war 33 Jahre Mitglied im Verkehrs- und Heimatverein,

davon 11 Jahre in der Vorstandschaft.

 

Mit Leidenschaft, Engagement und Zuverlässigkeit 

widmete er sich in besonderem Maße dem Verein und seinen Zielen.

 

Wir trauern mit den Angehörigen und nehmen in Dankbarkeit 

von ihm Abschied.

Wir alle werden ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren.

 

Die Vorstandschaft des 

Verkehrs- und Heimatvereins 1952 e.V. Sandhausen  







„Grusel, Schauder, Tod und Gespenster“, unter diesem unheilvollen, aber wohlbekannten Motto öffneten wir vom Verkehrs- und Heimatverein am 31. Oktober die Pforten des Heimatmuseums. In dieser schaurigen Nacht im Museum zu Halloween wurden wir von einer wahren Flut teils neugieriger, teils gespenstischer Besucher geradezu überrannt. Dies bereite uns sehr viel Freude, denn nach einem Jahr des Schweigens durften die Geister und finsteren Gestalten im Gruselkeller endlich wieder im Museum ihr Unwesen treiben. 

 

Bereits vor dem Museumseingang vermischten sich fröhliches Kinderlachen mit nervösem Kichern. Zwischen orangene Kürbissen, Spinnweben und flackerten Kerzen warteten klappernde Skelette, pelzige Vogelspinnen und grausige Zombies gespannt auf die abendlichen Museumsbesucher. Doch bevor die tapferen Kinder in den modrigen Höllenkeller hinabsteigen durften, mussten sie zuerst mit sichtlicher Begeisterung in den jeweiligen Museumsräumen ein kniffliges Rätsel lösen. In jedem Raum wartete eine Frage zu den Ausstellungsstücken und wer aufmerksam hinsah, konnte schließlich das Losungswort „TARANDORA“ entschlüsseln.

 

Erst nach gründlicher Überprüfung des Wortes durch Herr Tod, öffnete sich die Pforte zum sagenumwobenen Untergrund. Der schmale Weg führte die Kinder gemeinsam mit dem Friedhofswärter an klapprigen Skeletten, bleichen Gestalten und schaurigen Geistern vorbei, die sich selbst über so viele Kinder und Erwachsene erschraken. Nur das matte Licht flackernder Kerzen wies den letzten Gang in die düstere Henkerskammer, während aus der Dunkelheit unheimliches Wispern und Wimmern drang. Niemand wusste zu diesem Zeitpunkt so recht, ob es Windzüge oder verlorene Seelen waren, die kläglich um Hilfe riefen, oder ob das letzte Stündlein der jungen Gäste geschlagen hatte.

 

Am Ende des schmalen Ganges empfing nochmals der finster aussehende Herr Tod nur die Tapferen. Neben ihm war eine geheimnisvolle Truhe aufgebahrt, die nur von ihm geöffnet werden konnte, sofern das Losungswort das richtige war. Mit tiefer Stimme sinnierte er verbittert über das kurze irdische Dasein der Menschen auf dieser verlorenen Welt, bevor er schlussendlich das Geheimnis der Truhe lüftete: 

 

In der Truhe verbargen sich keine quirligen Spinnen, sondern süße Schätze, die nach all dem Schrecken den Kindern doppelt so gut schmeckten. Auch die besorgten Eltern atmeten erleichtert auf, denn Herr Tod und sein Wärter waren anders als vermutet, den Kindern durchaus freundlich gesinnt.

 

So wurde die Nacht im Museum für alle Beteiligten zu einer gelungenen Mischung aus Schauer und Spaß. Der Höllenkeller, sonst still und verlassen, erwachte in dieser Nacht zu Halloween zum Leben. Doch schon am nächsten Tag waren Henker, Skelette und Gespenster wieder verschwunden, bis sie im nächsten Jahr pünktlich zu Halloween erneut aus dem Dunkel emporsteigen, um Sandhausen in Angst und Schrecken zu versetzen.

 

Für den VHV 1952: Jonas Scheid



 

Heute wollen wir Sie über das Weihnachtskonzert mit Sandhäuser Mundart informieren. 
Aufgrund der hohen Nachfrage führen wir in diesem Jahr zwei Aufführungen auf. 
Das erste Konzert findet am 21.12. um 15 Uhr statt,

das zweite Konzert am selben Tag um 18:30 Uhr
Der Kartenvorverkauf beginnt dann wieder am Wochenende

des Weihnachtsmarktes im Heimatmuseum.

 


Seit 15 Jahren führt Günter Wittmann Interessierte über Sandhausens Biggl – Sanddünen, auf denen der Ort einst erbaut wurde. Dabei teilt er nicht nur über 80 Jahre seines eigenen Lebens, sondern auch ein Stück Sandhäuser Geschichte mit der Nachwelt.

Keiner weiß so viel wie er – dieses Wissen wird nun im Rahmen der digitalen Biggeles-Duur verfilmt. 

Die dritte Folge ist nun auf dem Youtube-Kanal des Verkehrs- und Heimatvereins verfügbar. Darin geht es dieses mal über den Hopfen und seine Anbautradition in Sandhausen.

youtube.com/@verkehrs-undheimatverein 


Vortrag über Nathan Straus im VDA – Pflegeheim

Unser Mitglied Sabine Maronna, beschäftigt im Pflegeheim in der Jahnstraße, hielt kürzlich in der Einrichtung einen Vortrag über den am 31. Januar 1848 im pfälzischen Otterberg geborenen und im Jahre 1854 mit seinen Eltern in die USA ausgewanderten Nathan Straus und die Straus’sche Milchküche. In einem halbstündigen Vortrag, angereichert von mehreren Bildern, stellte sie vor 26 Zuhörern das Leben und das Wirken eines Mannes vor, der für Sandhausen eine immense Bedeutung hat. Zur Erinnerung: Anfang des 20. Jahrhunderts hatten wir in Sandhausen eine Kindersterblichkeit von 46 bis 47 Prozent. Diese schrecklichen Zahlen rührten daher, dass Babys Milch von Kühen, die mit Tuberkulose infiziert waren, zu trinken bekamen. Durch seine von ihm errichtete Milchküche wurde ein Verfahren zur Pasteurisierung der Milch eingesetzt und die Kindersterblichkeit konnte drastisch gesenkt werden. Begonnen hatte alles in New York, als Straus Einrichtungen zur Erforschung der auch dort vorhandenen extrem hohe Kindersterblichkeitsrate finanzierte. Die sodann geschaffenen Einrichtungen zur Pasteurisierung von Milch sorgten dafür, dass in den USA die Kindersterblichkeit erheblich zurückging. Und so kam Nathan Straus zu Vortragsreihen zu diesem Problem nach Europa, unter anderem nach Heidelberg und es entstanden Kontakte nach Sandhausen. Und so kam es dazu, dass Nathan Straus die Straus’sche Milchküche finanzierte, die ab dem 1.Februar 1908 ihren Betrieb aufnahm. Sie hatte ihren Standort gegenüber dem alten Rathaus. Die sodann dort pasteurisierte Milch wurde kostenlos abgegeben. Der damalige Bürgermeister Franz Hambrecht konnte Herrn Straus mitteilen, dass sein Projekt von großem Erfolg gekennzeichnet war und die Kindersterblichkeit massiv zurück ging. Nathan Straus besuchte die Sandhäuser Milchküche auch persönlich.

Und die Straus’sche Milchküche fand auch Erwähnung in der nordamerikanischen Presse. So wurde unter anderem in Chicago, Cincinnati und Ottawa die Sandhäuser Einrichtung gewürdigt und als vorbildlich dargestellt.

Nathan Straus, so wusste Sabine Maronna zu berichten, war ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann und war Mitinhaber des Kaufhauses Macey’s in New York. Was aber bedeutender ist: Er war ein großer Menschenfreund und er spendete beträchtliche Teile seines großen Vermögens für soziale Zwecke. In New York unterstütze er die Armen durch Speisen und Übernachtungsmöglichkeiten, in Jerusalem und Tel Aviv finanzierte er Gesundheitszentren und unterstützte Kolonialisierungsprojekte in Palästina. Und in Israel ist eine Stadt nach ihm benannt Die ca. 220.000 Einwohner zählende Stadt Netanya.

Nathan Straus war verheiratet mit der Mannheimerin Lina Gutherz, die er auf einer Reise nach Deutschland kennenlernte. Der Ehe entstammten 6 Kinder. Er verstarb am 11. Januar 1931 in New York.

Der Vortrag löste Staunen und große Bewunderung bei den Zuhörern aus und bot anschließend noch einiges an Gesprächsstoff. Es wurde bedauert, dass Nathan Straus und sein Wirken in Sandhausen wenig bekannt sind.

Wir sind Frau Maronna sehr dankbar, dass sie Leben und Wirken von Nathan Straus einem Bevölkerungskreis zugänglich machte, der aus verschiedensten Gründen nicht zu unseren Veranstaltungen im Museum oder der Synagoge oder beim vom Verein begleiteten Veranstaltungen, wie den Seniorennachmittag, kommen kann. Wir ermuntern Frau Maronna, weitere Vorträge über bedeutende Persönlichkeiten aus der Geschichte von Sandhausen zu halten.

Für den VHV1952: Wilfried Hager


Am 27. September fand erneut unser Abend im Museum statt. An diesem spätsommerlichen Abend konnten die ehemalige Synagoge und das Heimatmuseum Sandhausen besucht werden. Die Synagoge wurde wieder zum Lichtspielhaus: Im Mittelpunkt des Abendprogramms stand der historische Farbfilm zur 700-Jahr-Feier von 1962. Der Film wurde zweimal vorgeführt, sodass die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit hatten, sowohl die Filme anzusehen als auch das Heimatmuseum zu besichtigen oder in der Synagoge das Abendprogramm in geselliger Runde zu verfolgen.

Neben guten Gesprächen sorgten wir auch für das leibliche Wohl. Kulinarisch gefragt war die regionale Spezialität „Dampfnudl mid Kadofflsubb“. Gebacken und zubereitet wurde sie vom regionalen Dampfnudelbäcker des Wochenmarktes, der mit seinen Backkünsten köstliche Dampfnudeln anbot.

Nach der Begrüßung der Gäste durch Jonas Scheid eröffneten um 17:15 Uhr Sybille Schwöbel-Sailer und Rudi Sailer gemeinsam mit einigen Schülerinnen und Schülern der Grundschule den Abend traditionell mit dem Badnerlied und dem Sandhäuser Lied.

Um 18 Uhr begann die erste Vorführung des Films von 1962, der den Ort sowie den damaligen Festumzug in eindrucksvollen Farbaufnahmen dokumentiert.

Anschließend bot das Programm weitere Höhepunkte: Dazu gehörte ein Ausschnitt aus einem Hopfenfilm, der die Anpflanzung des Hopfens bis zur Ernte zeigte. Besonders bemerkenswert war das Alter des Films, der aus den 1960er-Jahren stammte und somit ein wertvolles Zeitdokument der Hopfengemeinde darstellt.

Ergänzend dazu zeigten wir die digitale „BiggelesDuur“, die von Günter Wittmann und Julius Kröger verfilmt wurde. Darin erfuhren die Gäste in zwei Folgen Wissenswertes über das Ortszentrum und die Sandhäuser Biggele (Buckel). → Diese Kurzfilme können im Internet auf YouTube unter „Heimatverein Sandhausen“ abgerufen werden.

Im Anschluss daran präsentierte Günter Wittmann seine Mundart-Darbietung, die zur Belustigung des Abends beitrug. Anhand von Satzbeispielen wie „dessglååbschdudochsellwanedd“ verdeutlichte er äußerst humorvoll einige sprachliche Besonderheiten des Sandhäuser Dialekts, der dadurch nicht in Vergessenheit geraten soll.

Zur gleichen Zeit hatten wir auch unser Heimatmuseum geöffnet. Dort konnten die Besucherinnen und Besucher vieles über Sandhausen, seine Geschichte und Geologie erfahren. Neben ehemaligen Berufen wurden auch der Hopfenanbau und das Zigarrenhandwerk vorgestellt. So ergänzten sich das Synagogenprogramm und der Museumsbesuch auf ideale Weise.

Rückblickend war der Abend ein voller Erfolg. Die Veranstaltung erwies sich als gelungenes Angebot für die Bürgerinnen und Bürger von Sandhausen. Sie bot sowohl Unterhaltung als auch interessante Einblicke in die Ortsgeschichte und trug so zur Identifikation mit unserer Heimatgemeinde bei.

Die nächste Gelegenheit, unser Heimatmuseum zu besichtigen, besteht am Kerwesonntag von 14 bis 17 Uhr sowie am 31. Oktober zu Halloween. Dann heißt es wieder: „Böse Geister im Museum vertreiben!“ Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

 Für den VHV 1952: Jonas Scheid


Besuch jüdischer Friedhof

Am 24. August besuchte eine kleine Gruppe des Verkehrs- und Heimatvereins den jüdischen Friedhof in Wiesloch. Der Besuch war seit längerer Zeit geplant und konnte an dem sonnigen Augusttag durchgeführt werden. Bei schönem Wetter führte uns Herr Manfred Kurz von der Volkshochschule Wiesloch durch das üppig bewachsene Friedhofsgelände. Zwischen den verschieden opulent gestalteten Grabsteinen erfuhren wir einiges über die Anordnung der Steine, deren Symbolik und auch über das Leben mancher Verstorbenen. Diese liebevoll in Stein gemeißelten Details fielen zunächst uns nicht sofort auf. Erst nach den fachkundigen Erläuterungen von Herrn Kurz nahmen nach genauem Hinsehen diese Ornamente auf den Grabsteinen Sinn und Gestalt an. Anhand der Symboliken konnten wir erkennen, welche Berufe die Verstorbenen zu Lebzeiten ausgeübt hatten oder wie alt sie geworden waren, da teilweise die Geburtsjahre auf den Steinen ausgelassen wurden.

Für uns war bei dem Besuch nicht nur die Grabsteine interessant, sondern auch die Geschichte der jüdischen Verstorbenen selbst, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Sandhausen gelebt hatten und auf dem Friedhof in Wiesloch beigesetzt wurden. Folglich stellt der Friedhof heute ein besonderes Verzeichnis der jüdischen Mitbürger aus Sandhausen dar.

Einer dieser Sandhäuser Juden zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Bernhard Baruch Wunsch. Sein Grab weckte zwischen den Grabreihen unser besonderes Interesse, da Rolf W. Maier bereits mehrfach über ihn berichtet hatte.  Seine bewegende Lebensgeschichte möchten wir Ihnen im Folgenden deshalb nicht vorenthalten:

Bernhard Baruch Wunsch war, wie bekannt ist, 1893 nach Sandhausen gekommen, um als Lehrer für die jüdische Gemeinde zu arbeiten. Er wohnte mit seiner Ehefrau und seinen Kindern in der Bahnhofstraße 2. Das jüngste Kind, Max Wunsch (geb. 1900), wurde in Sandhausen geboren.

Wunsch wurde 1855 in Böhmen, damals Teil des Kaiserreichs Österreich-Ungarn, geboren und zog in den 1880er Jahren in unsere Region. Vor seiner Zeit in Sandhausen wirkte er in Assenheim und Schifferstadt.

In Sandhausen arbeitete er dann aktiv in verschiedenen Vereinen mit, besonders in der örtlichen Feuerwehr. Politisch eng mit dem Großherzogtum Baden verbunden, das sehr früh eine liberale Judengesetzgebung einführte, zeigte er sein Engagement auch durch die Betreuung des Lazaretts (in der Volksschule am alten Rathausplatz), wofür ihm 1917 die Ehrenmedaille des badischen Staates verliehen wurde.

Neben seinem Gehalt als Lehrer verdiente er seinen Lebensunterhalt durch den Verkauf von Versicherungen und Tabakwaren sowie durch eine Bücherausleihe. Da Sandhausen über keinen eigenen jüdischen Friedhof verfügte, wurde Bernhard Wunsch 1929 in Wiesloch beerdigt. Ein Teil seiner Familie wurde in den Konzentrationslagern des NS-Regimes ermordet, ein anderer Teil überlebte in den Niederlanden, in Lateinamerika und in den USA.

Für den VHV 1952: Jonas Scheid, Rolf W. Maier 


Die Biggeles-Duur Folge 2

ist online!

Seit 15 Jahren führt Günter Wittmann Interessierte über die Sandhäuser Biggl – Sanddünen, auf denen der Ort einst erbaut wurde. Dabei teilt er nicht nur über 80 Jahre seines eigenen Lebens, sondern auch ein Stück Sandhäuser Geschichte mit der Nachwelt. 

Keiner weiß so viel wie er – dieses Wissen wird nun im Rahmen der digitalen Biggeles-Duur verfilmt. Nun ist auch Folge 2 online. Diese Folge können Sie auf dem Youtube-Kanal des Verkehrs- und Heimatvereins abrufen: → youtube.com/@verkehrs-undheimatverein



Heimat- und Kulturabend in der ehemaligen Synagoge

Am 29. Juni veranstaltete der Verkehrs- und Heimatverein den dritten Heimat- und Kulturabend in der ehemaligen Synagoge. Im Mittelpunkt standen zwei Vorträge: Rolf W. Maier berichtete über Franz Hambrecht (*1861 +1943) und Wilfried Hager erzählte die Lebensgeschichte von Markus Friedrich Wendelin (*1584 +1652), in Sandhausen besser bekannt als „Wendelinus“.

Nach einer kurzen Begrüßung der Gäste durch Jonas Scheid zeichnete Rolf W. Maier in seinem lebendigen Vortrag das Leben von Franz Hambrecht nach, der ursprünglich Bäckermeister war und später als Kaufmann tätig wurde. Ende der 1880er Jahre wandte sich Hambrecht der Sandhäuser Kommunalpolitik zu. In den folgenden Jahren engagierte er sich im Bürgerausschuss, im Gemeinderat und im Turnverein, beteiligte sich an der Gründung des Arbeiterbildungsvereins und leitete die Sparkasse. Mit seiner Amtszeit verbunden waren bedeutende Bauprojekte wie die Volksschule (1908), die Schwarze Brücke (1909) und Arbeiterhäuser in der Mayergasse. Falsche Anschuldigungen führten jedoch zu mehreren Prozessen gegen ihn und den Gemeinderat.

1906 wurde Hambrecht zum Vorsitzenden des Verbands Badischer Landgemeinden gewählt – ein Amt, das er bis 1919 innehatte. In der Weimarer Republik wirkte er zudem im Reichswirtschaftsrat (1920–1922) mit und war in Sandhausen Mitinhaber des Sägewerks „Schneidmühl“.

Der gläubige Christ starb 1943 und hinterließ Kinder und Enkel. Sein Grab auf dem alten Friedhof gilt als Familiendenkmal und wird von der Gemeinde gepflegt. Nach Rolf W. Maiers Forschungen hat kein anderer Sandhäuser Bürgermeister vor oder nach Hambrecht vergleichbare Ämter auf Landes- und Bundesebene erreicht. Daher, so Maier, dürfe die Bedeutung Franz Hambrechts für Sandhausen nicht in Vergessenheit geraten.

Im Anschluss widmete sich Wilfried Hager in seinem Vortrag Markus Friedrich Wendelin.

Hager wies einleitend darauf hin, dass zwar jeder Sandhäuser die Wendelinusstraße kenne, aber nur wenige die Persönlichkeit dahinter. Markus Friedrich Wendelin wurde 1584 in Sandhausen geboren – und zwar in einem Gebäude, vermutlich im Pfarrhaus, das an der Stelle des heutigen Museums stand.

Nachdem er mit zehn Jahren seinen Vater verloren hatte, schickte ihn seine Mutter zum Schulbesuch und zum Studium nach Heidelberg. Insgesamt vierzehn Jahre, einschließlich seines Studiums, verbrachte er in der Stadt am Neckar, bevor er Sandhausen und die Kurpfalz endgültig verließ. Seine Reisen führten ihn nach Frankreich und in die Schweiz, wo er in Genf Kontakt zu Prinzen aus Anhalt knüpfte und ihnen Privatunterricht erteilte. Als einer der Prinzen starb, überführte Wendelin den Leichnam des Adligen nach Dessau, wodurch er Zugang zu adligen Kreisen bekam, die seine weitere Laufbahn begünstigten. 1612, im Alter von nur 28 Jahren, wurde er Rektor der anhaltischen Universität in Zerbst – ein Amt, das er vier Jahrzehnte lang ausübte.

Wendelin durchlebte schwere Zeiten: Der Dreißigjährige Krieg und die Pest brachten den Universitätsbetrieb in Zerbst fast zum Erliegen, doch dank seines Wirkens erholte sich die Institution. Die Pest forderte das Leben seiner ersten Frau und dreier Kinder aus dieser Ehe. Am 7. August 1652 starb Wendelin im Alter von 68 Jahren in Zerbst.

Zu Lebzeiten war Wendelin eine weit über Deutschland hinaus bekannte Persönlichkeit. Rufe an andere Universitäten, darunter Heidelberg, schlug er aus, da er Zerbst treu bleiben wollte. Seine Werke erlangten internationale Anerkennung und erzielten hohe Auflagen.

Der Verkehrs- und Heimatverein ist stolzer Besitzer eines antiquarischen Buches mit dem Titel „Contemplationum Physicarum Sectio I.“ von Marcus Fridericus Wendelinus aus dem Jahr 1625. Neben lateinischen Texten enthält es auf der ersten Seite eine persönliche Widmung an seinen Landesherrn, dem er zu Lebzeiten diente. Damit zählt dieses Buch sicher zu den ältesten und wertvollsten Objekten im Museum.

Zum Ausklang des Abends bestand für die Gäste die Möglichkeit, bei Sekt und Laugengebäck mit den Referenten ins Gespräch zu kommen und sich über die Vorträge auszutauschen.

Für den VHV 1952: Jonas Scheid, Rolf W. Maier & Wilfried Hager 


Erster Vitrinenvortrag – Erinnerung an Nathan Straus

Am letzten Tag der offenen Tür im Heimatmuseum am 25. Mai ging der Verein einen neuen Weg: Wir bauten einen Vortrag ein, um den Öffnungstag des Museums lebhafter und unterhaltsamer zu gestalten. Als Vitrinenvorträge, also Vorträge vor der Vitrine, sollen bestimmte Themen vorgestellt werden.

Der Anfang dieser losen Vortragsreihe bot für uns Nathan Straus und der „Straus‘schen Milcküche“ ein. Rückblickend ein voller Erfolg. Die Plätze um der Vitrine herum waren begrenzt und von allen Museumsgästen belegt.

In einem knapp halbstündigen Vortrag vor der Vitrine stellte unser Schriftführer Wilfried Hager Leben und Verdienste von Nathan Straus vor. Der 1848 im pfälzischen Otterberg geborene Nathan Straus wanderte mit seiner Familie 1854 in die USA aus. Über Georgia fand die Familie den Weg nach New York, wo Nathan Straus es bis zur Miteigentümerschaft des berühmten Kaufhauses Macey’s in New York City brachte. Er brachte es zu großem Wohlstand aber das war nur die eine Seite von Straus. Zahlreiche soziale Projekte in den USA und in späterem Lebensjahren in Palästina zeugen von seiner Eigenschaft als großem Menschenfreund. In den USA finanzierte er Einrichtungen zur Pasteurisierung von Milch für Kleinkinder, denn die unbehandelte Milch stand in dem Verdacht, für den Tod von unzähligen Kleinkindern verantwortlich zu sein. Auch in Sandhausen bestand dieses Problem. Alte Quellen nennen eine Kindersterblichkeitsrate von 46 bis 47 Prozent bei den Kleinkindern.

Bei einer Deutschlandreise kam es in Heidelberg im Jahre 1907 zu Kontakten nach Sandhausen und Straus finanzierte eine Einrichtung zur Pasteurisierung von Milch. Dieses Gebäude stand gegenüber dem alten Rathaus. Der Betrieb wurde zum 1. Februar 1908 aufgenommen. Der Erfolg stellte sich schnell ein und die Kindersterb-lichkeit in Sandhausen sank drastisch. Wilfried Hager informierte auch darüber, dass über die Sandhäuser Einrichtung in der nordamerikanischen Presse berichtet und diese als vorbildliche Einrichtung dargestellt wurde.

Und hier, so Wilfried Hager, liegt der große Verdienst von Nathan Straus. Seine Bedeutung und sein Wirken für Sandhausen darf daher nicht unterschätzt werden.

Für uns vom Verkehrs- und Heimatverein ist es daher sehr wichtig, an die Persönlichkeit von Nathan Straus und seine Einrichtung nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Viele junge Kindern wurden dadurch in Sandhausen in der damaligen Zeit das Überleben gesichert.

Mit mehreren Bildern aus dem Leben von Nathan Straus und mithilfe der Darstellungen aus der Vitrine konnte durch den Vortrag das Leben dieses Mannes dargestellt werden.

Zum Schluss informierte Wilfried Hager, dass an Straus in verschiedenen Städten durch Straßen- und Platznamen erinnert wird und dass die ca. 220.000 Einwohner zählende Stadt Netanja in Israel nach ihm benannt wurde.

Im Anschluss an den Vortrag schloss sich noch eine rege Gesprächsrunde an. Deshalb plant der Verkehrs- und Heimatverein in loser Reihenfolge weitere Vitrinenvorträge am Tag der offenen Tür im Heimatmuseum. Sie dürfen gespannt sein.

Für den VHV 1952: Jonas Scheid & Wilfried Hager 




 

 

 

 

 

 

Hier erfahren Sie, was bei uns in letzter Zeit so geschah.

  


Sandhausen / Partnerstadt: Lège-Cap-Ferret / Freundschaft der Gemeinde Sandhausen mit Königswartha /